Smarte Wechselkoffer

Ein Praxisprojekt mit der XBond GmbH & Co. KG aus Ahaus

Die Firma XBond aus Ahaus-Ottenstein gründete sich 1981 als Räckers GmbH & Co. KG. Das Familienunternehmen hat heute 201 Mitarbeitende und produziert auf einer Fläche von rund 20.000 Quadratmetern. Die Geschwister Claus und Eva Räckers, die das Unternehmen in zweiter Generation führen, haben sich an das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Lingen gewandt, um gemeinsam ein Projekt umzusetzen. Das Handwerks- und Dienstleistungsunternehmen stellt sogenannte Wechselkoffer, auch bekannt als Container, für den nationalen sowie internationalen Markt her. Mit diesen Koffern werden LKW oder Krankenwagen ausgerüstet. Weiterhin bietet das Unternehmen auch Oberflächenveredelungen für Bauteile und Baugruppen aus Stahl an.

Die aktuelle Situation

XBond stellt sowohl standardisierte als auch speziell angefertigte Wechselkoffer her. Nach Abgabe der Produkte an den Kunden, erfährt das Unternehmen in den meisten Fällen nicht, „ob das Produkt tatsächlich so sein muss wie es ist“, erläutert Dr. Adrian Istrate, ebenfalls Geschäftsführer bei XBond. Ist es robust genug oder zu robust gebaut? Stimmen die Eigenschaften mit den Kundenanforderungen überein? Selten wird von den Kunden zurückgemeldet, wie lange ein Koffer im Einsatz ist. Ob, wann oder wie Mängel aufgetreten sind bleibt verborgen. Daten über die Ladesituation, Temperatur sowie die konkrete Verwendung der Koffer sind zumeist unbekannt. Diese könnten allerdings dabei helfen, den Lebenszyklus der Koffer zu verbessern und so einen Mehrwert für die Kunden generieren.

Das Vorhaben

„Wir möchten erreichen, dass der Stahlkoffer ein offenes Buch wird, mit dessen Inhalt wir nach dem Lesen Mehrwerte für unsere Kunden generieren können“, beschreibt Eva Räckers die Idee des Projektes. Ziel ist die Erarbeitung eines Konzeptes, mit dessen konkreter Umsetzung ein „smarter Wechselkoffer“ entsteht. Die Koffer sollen automatisiert und in Echtzeit wichtige Daten für Kunden sowie Spediteure erfassen und aufbereiten. Weiterhin sollen daraus wichtige Erkenntnisse für den Produktionsprozess und die Ausgestaltung der Koffer abgeleitet werden, um die „blinden Flecken“ nach Abgabe der Produkte zu verringern. Das Konzept soll herausstellen, welche Daten relevant und messbar sind und wie sich diese sinnvoll erfassen lassen.