Maritime Branche tauschte sich über den Umgang mit Corona aus

Experten des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Lingen sowie kleine und mittlere Unternehmen der maritimen Branchen diskutierten online über den Umgang mit Corona und digitalen Lösungen

Die Corona-Krise macht auch vor der maritimen Branche keinen Halt. Die Schifffahrt ist durch hohe Verdienstausfälle in nahezu allen Bereichen von der Corona-Krise betroffen. Die Fahrgastschifffahrt stoppte  zeitweise komplett. Doch es bestehen auch andere Herausforderungen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) die mit der Corona-Situation zusammenhängen. Zum Beispiel hat sich die Arbeitssituation verändert und die Nutzung von alternativen Softwaresystemen notwendig gemacht. Um sich über diese und weitere Aspekte auszutauschen, hat das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Lingen am 04. Juni 2010 ein Digitales Meet-Up abgehalten, an dem rund 10 Personen teilnahmen.

Bei der offenen Gesprächsrunde kam heraus, dass das Arbeiten im „Home Office“ aus Sicht der Teilnehmenden auch nach der Corona-Pandemie zu einem gewissen Standard werden wird. Corona hat gezeigt, dass  „Home Office“ gut funktionieren kann. Alle Teilnehmenden berichteten, dass in ihren Unternehmen innerhalb weniger Tage eine entsprechende IT-Infrastruktur und Software aufgesetzt worden sei, mit Hilfe derer auch mobiles Arbeiten möglich ist. Nachdem entsprechende Systeme verfügbar waren, sind anschließend de Unternehmensprozesse auf „Online-Workflows“ umgestellt worden, um reibungslose Abläufe zu gewährleisten.

Neben dem Krisenthema ging es auch um allgemeine IT-Trends und darum, welche Innovationen künftig im Berufs- sowie Privatleben der Teilnehmenden eine Rolle spielen werden. Künstliche Intelligenz (KI) und Augmented Reality (AR) Zukunftstrends, standen hierbei im Fokus. Für die Implementierung von KI in den eigenen Produkten und Dienstleistungen müssten jedoch zunächst einige Voraussetzungen geschaffen werden. Datenbanken benötigen demnach eine passende Struktur sowie Datenqualität, damit die enthaltenen Informationen durch zugehörige KI-Algorithmen und –Funktionen verwendet werden können. Als besondere Herausforderung sahen die Teilnehmenden dabei, eigene Daten mit Daten aus externen Quellen zu verdichten, um so eine neue Dienstleistung erbringen zu können. Hier gibt es noch Hürden, wie zum Beispiel inkompatible Datenformate.

Entscheidungen oder Ergebnisse von bereits eingesetzten KI-Systemen sollten aktuell genauer überprüft werden, da diese auf signifikante, sehr kurzfristig auftretende Änderungen, also die „neuen Daten“ wie beispielsweise das Kundenverhalten unerwartet reagieren könnten. KI ist von den Teilnehmenden weiterhin für die Bereich Tourismus und der Cargo-Schifffahrt diskutiert worden. Einige Funktionsmodelle haben bisher eher eine Langzeitanalyse der Daten zur Aufgabe, um zukünftige Bedarfe für Flugreisen oder notwendige Kapazitäten von Schiffen in bestimmten Fahrtgebieten vorausberechnen zu können. Alle Teilnehmenden waren sich in Bezug auf KI einig, dass in Zukunft noch weitere Voraussetzungen für den Einsatz entsprechender Systeme, wie höhere Bandbreiten an Bord, bessere Verfügbarkeiten und günstigere Preise „pro Megabyte“ zur Übermittlung von notwendigen Prozessdaten erforderlich sind. Dadurch könnten innovative Produkte und Systeme weiter vorangetrieben werden.

Ein weiteres angeschnittenes Thema war die Ausbildung der Mitarbeiter und die Entwicklung von Netzwerken und Kooperationen. Diese gewinnen eine immer größere Bedeutung. Durch die stetig komplexer werdende Technik ist es KMU häufig nicht mehr möglich alles aus eigener Kraft umsetzten zu können, weshalb Kooperationen im technischen, als auch wirtschaftlichen Umfeld immer wichtiger werden.

Das „Meet Up“ zu den Herausforderungen und Chancen in Zeiten von Corona, insbesondere für de maritime Branche, stellte den Start einer Veranstaltungsreihe dar, die KMU nutzen können, um sich gegenseitig auszutauschen, zu vernetzen und über die Digitalisierung zu sprechen. Sobald ein Folgetermin feststeht, ist dieser unter unseren Veranstaltungsterminen zu finden.

 

Foto: Adobe Stock – New Africa