KI gestützte Angebotserstellung

Erweiterung der Datenbasis 

Ein Digitalisierungsprojekt mit der Wildeboer Bauteile GmbH aus Weener

Johann Wildeboer gründete 1939 die Wildeboer Bauteile GmbH als Handwerksunternehmen. Das in dritter Generation familiengeführte mittelständische Unternehmen mit rund 330 Mitarbeitenden hat heute zwei weitere Standorte in Deutschland und einen in den Niederlanden. Der Hauptstandort in Weener, dessen Produktionsfläche circa 30.000 Quadratmeter misst, besteht bereits seit 1964. Der Leiter der Verwaltung Johann Stöhr hat sich an das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Lingen gewandt, um gemeinsam ein Projekt umzusetzen. Die Wildeboer Bauteile GmbH ist Hersteller und Entwickler von Bauteilen und Systemen für Gebäudetechnik. Produziert und stetig verbessert werden Komponenten für Brand- und Schallschutz sowie Luftverteilung.

 

Die aktuelle Situation

Wildeboer vertreibt seine Produkte an nationale sowie internationale Kunden. Mit Hilfe eines Leistungskataloges fragen die Kunden digital oder analog Angebote beim Unternehmen an. Die standardisierte Produktpalette des Katalogs enthält mehr als 120 Produkte wie Brandschutzklappen, Rohrschalldämpfer oder Abluftventile. Diese können Kunden wie zum Beispiel Bauträger je nach Bedarf in verschiedenen Varianten bestellen, da diese abhängig vom konkreten Verwendungszweck verschiedenen Ausführungen benötigt werden. Die bestellten Bauteile unterscheiden sich unter anderem in Eigenschaften wie Höhe, Breite oder Tiefe. In der Theorie können sich daraus mehr als zwei Millionen verschiedene Varianten eines Produktes ergeben. Aus den digital bearbeiteten Kundenanfragen auf Grundlage des Leistungsverzeichnisses hat sich ein Datensatz mit mehr als 70.000 Positionen erstellt. Dieser stellt die Grundlage für die Einführung einer Künstlichen Intelligenz dar.

Bisher werten Mitarbeitende von Wildeboer die Angebotsanfragen manuell mit Hilfe einer Software aus beziehungsweise wandeln diese um. Sie analysieren die vorhandenen Informationen der Anfragen, wie Maßangaben und spezielle Produkteigenschaften zum Beispiel elektrischer oder manueller Antrieb einer Brandschutzklappe und übertragen diese mit Hilfe einer Software in einen spezifischen 29-stelligen Variantenschlüssel. Der entstandene Schlüssel steht am Ende für eine Produktvariante. Eine Software erstellt hieraus ein Angebot für den Kunden und wandelt die eingegebenen Daten in einen Langtext um. Akzeptiert der Kunde das Angebot, wird der Variantenschlüssel in die Produktion weitergeleitet. Der Prozess der Angebotsanalyse und -erstellung war dadurch sehr zeitaufwändig.

 

Das Vorhaben

Der Wunsch von Wildeboer ist es, die Angebotserstellung sowie die Produktionsbeauftragung zu modernisieren und dabei auf eine Künstliche Intelligenz (KI) zurückzugreifen. Diese soll die auf dem Leistungskatalog basierenden Angebotsanfragen der Kunden automatisiert in den Variantenschlüssel für die Produktion und die Angebotserstellung umwandeln. Neue Varianten, die bei den Kundenanfragen entstehen können, sollen der Datenbasis hinzugefügt und entsprechende Produktionscodes erstellt werden. Eine KI kann je nach Datenlage jedoch zunächst nur eine Empfehlung oder Vermutung über das Ergebnis anstellen. Daher ist ein Zwischenziel die Datenbasis für die Verwendung der KI zu erweitern und zu verfeinern. Die KI soll auf dieser Grundlage die Vorauswahl und Analyse der Angebotsanfragen übernehmen und einen Variantenschlüssel extrahieren, der dann von den Mitarbeitenden abschließend überprüft wird.

 

Foto: Wildeboer GmbH